Eine Photovoltaikanlage, kurz PV-Anlage, mit 100 Kilowatt-Peak (kWp) kostet in Österreich rund 88.000 Euro ohne Umsatzsteuer, also rund 880 Euro je kWp. Das ergibt die Kostenformel des Gutachtens zum Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) vom Dezember 2025, die auf Daten von 6.687 Dachanlagen beruht.
Eine Kilowattstunde vom eigenen Dach kostet einen Betrieb damit rund 10 bis 12 Cent. Strom aus dem Netz kostete Betriebe im 1. Halbjahr 2026 im Mittel rund 19 bis 22 Cent je kWh, ohne Umsatzsteuer.
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Das Wichtigste in Kürze
- Je größer die Anlage, desto weniger kostet das kWp: rund 990 Euro bei 30 kWp, 880 Euro bei 100 kWp und 800 Euro bei 250 kWp, ohne Umsatzsteuer.
- Der laufende Betrieb kostet laut Betreiberdaten rund 1,2 bis 1,3 Cent je erzeugter kWh.
- Selbst genutzter Solarstrom ist rund doppelt so viel wert, wie er kostet; eingespeister Strom bringt oft weniger als die Erzeugung kostet.
- In unserem Rechenbeispiel ist eine Anlage mit 100 kWp nach rund 6,5 Jahren bezahlt, ohne Förderung.
- Derzeit ist kein weiterer EAG-Investitionscall für PV-Anlagen offen; der letzte Fördercall 2026 endete am 22. Oktober (Stand 25.10.2026).
- Stand 25.10.2026
- Quellen am Ende des Artikels
Was kostet eine Anlage mit 30, 100 oder 250 kWp?
Eine Anlage mit 250 kWp kostet je kWp rund ein Fünftel weniger als eine mit 30 kWp. Planung, Netzanschluss und Baustelleneinrichtung verteilen sich auf mehr Module.
Das 3. EAG-Gutachten der Österreichischen Energieagentur hat dafür eine Kostenformel aus 6.687 Dachanlagen abgeleitet, die ab 2024 in Betrieb gingen. Daraus ergeben sich diese Mittelwerte ohne Umsatzsteuer (eigene Rechnung):
| Größe der Anlage | Preis je kWp | Ganze Anlage |
|---|---|---|
| 30 kWp | rund 990 € | rund 29.800 € |
| 100 kWp | rund 880 € | rund 87.800 € |
| 250 kWp | rund 800 € | rund 199.900 € |
Die amtliche Marktstatistik nennt für Anlagen mit 30 bis 50 kWp im Jahr 2024 einen Mittelwert von 806 Euro je kWp, schlüsselfertig und ohne Umsatzsteuer. Die Werte streuen stark: Im Gutachten liegen die einzelnen Anlagen zwischen 200 und 2.752 Euro je kWp.
Neue Anlagen ab 3,68 kW brauchen seit 1. Juni 2026 eine Einrichtung, über die der Netzbetreiber sie steuern kann (§ 76 Elektrizitätswirtschaftsgesetz, ElWG). Das Gutachten rechnet dafür mit rund 500 Euro zusätzlich je Anlage. Was eine Anlage für ein Einfamilienhaus kostet, lesen Sie im Ratgeber Kosten einer PV-Anlage in Österreich.
Woraus setzt sich der Preis zusammen?
Die Module machen bei Gewerbeanlagen den größten Teil aus, rund 38 %. So teilt das EAG-Gutachten die Kosten von Dachanlagen mit 55 bis 550 kWp auf:
| Kostenbestandteil | Anteil |
|---|---|
| PV-Module | 38 % |
| Elektrisches Zubehör (Kabel, Schutztechnik, Zähler) | 16 % |
| Mechanisches Zubehör (Unterkonstruktion) | 15 % |
| Fachkräfte (Planung, Montage) | 17 % |
| Wechselrichter | 8 % |
| Sonstiges | 5 % |
Teurer wird es durch einen neuen Trafo oder eine längere Leitung zum Netz. Maßgeblich ist die netzwirksame Leistung, nicht allein die Modulleistung: über 100 bis 400 kW grundsätzlich Netzebene 6, über 400 kW Netzebene 5 (§ 97 ElWG). Das Netzzutrittsentgelt machte bei Anlagen über 100 kWp laut einer Branchenauskunft von 2023 rund 6 % der Investition aus.
Zur Umsatzsteuer: Ein Betrieb mit Vorsteuerabzug rechnet mit den Nettopreisen. Klären Sie das mit Ihrem Steuerberater.
Welche Betriebskosten fallen jedes Jahr an?
Rechnen Sie mit rund 1,2 bis 1,3 Cent je erzeugter Kilowattstunde. Das zeigen die Meldungen von 109 Betreibern meist größerer Dachanlagen, die das EAG-Gutachten ausgewertet hat. Kleinere Anlagen liegen eher darüber.
Für eine Anlage mit 100 kWp und 100.000 kWh im Jahr sind das rund 1.300 Euro jährlich (eigene Rechnung). Dazu kommen:
- der Tausch der Wechselrichter, den das Gutachten im 12. Betriebsjahr ansetzt
- ab 1. Jänner 2027 der Versorgungsinfrastrukturbeitrag für Einspeiser über 20 kW, höchstens 0,05 Cent je eingespeister kWh (§ 75a ElWG)
Für 50.000 eingespeiste kWh beträgt der neue Beitrag also höchstens 25 Euro im Jahr.
Was kostet eine Kilowattstunde vom eigenen Dach?
Rund 10 bis 12 Cent, wenn Sie die Investition mit Zinsen über die Laufzeit verteilen. Das EAG-Gutachten nennt diese Stromgestehungskosten, mit einem Kapitalkostensatz von 7,19 % und ohne Förderung:
| Strom je kWh | Wert |
|---|---|
| Erzeugung, Anlage mit 60 kWp | 11,7 Cent |
| Erzeugung, Anlage mit 550 kWp | 9,8 Cent |
| Netzstrom, Betrieb mit 20 bis 500 MWh im Jahr (1. Halbjahr 2026) | 22,3 Cent |
| Netzstrom, Betrieb mit 500 bis 2.000 MWh im Jahr (1. Halbjahr 2026) | 19,2 Cent |
| Einspeisung zum Marktpreis der OeMAG 2026 | 5,7 bis 10,2 Cent |
Die Netzpreise stammen von Eurostat, ohne Umsatzsteuer und erstattungsfähige Steuern. Die OeMAG ist die Abwicklungsstelle für Ökostrom und nimmt Überschussstrom zum Marktpreis ab. Auch die E-Control zeigt, wie viel Betriebe zahlen. Für 100.000 kWh im Jahr lag der Niedrigstpreis im Oktober 2026 je nach Netzgebiet bei 20.092 bis 25.725 Euro, mit Netzkosten, Steuern und Abgaben.
Daraus folgt die wichtigste Regel: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart rund doppelt so viel, wie sie in der Erzeugung kostet. Eine eingespeiste Kilowattstunde deckt die Kosten nur in guten Monaten. Mehr zur Vergütung lesen Sie im Ratgeber zum Einspeisetarif in Österreich.
Rechenbeispiel: Wann ist eine Anlage mit 100 kWp bezahlt?
Nach rund 6,5 Jahren, wenn Ihr Betrieb die Hälfte des Stroms selbst nutzt. Wir rechnen mit diesen Annahmen:
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Investition | 87.800 € ohne Umsatzsteuer (Formel EAG-Gutachten) |
| Ertrag | 100.000 kWh im Jahr (1.000 kWh je kWp, Annahme der Marktstatistik) |
| Eigenverbrauch | 50 % (Referenzwert des EAG-Gutachtens für größere Anlagen) |
| Strompreis | 22,3 Cent je kWh ohne Umsatzsteuer (Eurostat, 1. Halbjahr 2026) |
| Einspeisung | 7,6 Cent je kWh (Mittel der OeMAG-Marktpreise Jänner bis September 2026) |
| Betriebskosten | 1.300 € im Jahr |
Damit spart der Betrieb 50.000 kWh × 22,3 Cent = 11.150 Euro im Jahr. Die Einspeisung bringt 50.000 kWh × 7,6 Cent = 3.800 Euro. Nach Abzug von 1.300 Euro Betriebskosten bleiben 13.650 Euro. Die einfache Amortisation beträgt 87.800 ÷ 13.650 = rund 6,4 Jahre.
So ändert sich das Ergebnis mit dem Eigenverbrauch und mit einem Zuschuss, wie ihn Kategorie C in den Fördercalls 2026 bot (höchstens 130 Euro je kWp, hier 13.000 Euro):
| Eigenverbrauch | Ersparnis im Jahr | Bezahlt nach (ohne Zuschuss) | Bezahlt nach (mit 13.000 € Zuschuss) |
|---|---|---|---|
| 30 % | rund 10.700 € | 8,2 Jahren | 7,0 Jahren |
| 50 % | rund 13.650 € | 6,4 Jahren | 5,5 Jahren |
| 70 % | rund 16.600 € | 5,3 Jahren | 4,5 Jahren |
Zinsen, Preisänderungen, die Alterung der Module und den Wechselrichtertausch enthält die Rechnung nicht. Was Sie tatsächlich sparen, hängt vom Arbeitspreis in Ihrem Stromvertrag ab; Grund- und Leistungspreise bleiben meist gleich.
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Welche Förderung senkt die Kosten?
Derzeit ist kein weiterer EAG-Investitionscall für PV-Anlagen offen. Der letzte Fördercall für den Investitionszuschuss lief bis 22. Oktober 2026. Der Förderkalender der EAG-Abwicklungsstelle nennt bis Juli 2027 keinen weiteren Termin (abgerufen 25.10.2026).
In den Calls 2026 galten für Betriebe diese Sätze; in den Kategorien C und D kam zum Zug, wer weniger Förderung je kWp verlangte:
- Kategorie C, über 20 bis 100 kWp: höchstens 130 Euro je kWp
- Kategorie D, über 100 bis 1.000 kWp: höchstens 120 Euro je kWp
- Speicher mit neuer oder erweiterter Anlage: 150 Euro je kWh
Im 1. Call 2026 lagen 2.185 von 2.254 vollständigen Anträgen in Kategorie C im Kontingent und 391 von 410 in Kategorie D. Ab 2027 will der Bund vor allem Speicher mit Energiemanagement fördern; was für Anlagen von Betrieben gilt, ist offen. Den Stand erklärt der Ratgeber PV-Förderung für Betriebe.
Lohnt sich ein Speicher im Betrieb?
Nur, wenn er Ihren Eigenverbrauch deutlich erhöht. Ein Speicher mit 50 kWh kostete laut den Förderabrechnungen der OeMAG für Anträge aus 2025 rund 550 Euro je kWh, zusammen also rund 27.500 Euro.
Das EAG-Gutachten hat das für eine Anlage mit 33 kWp und 50 kWh Speicher über 15 Jahre gerechnet, mit 150 Euro Förderung je kWh:
| Mehr Eigenverbrauch durch den Speicher | Kosten des Speichers je Jahr |
|---|---|
| 0 Prozentpunkte | 1.157 € |
| 10 Prozentpunkte | 671 € |
| 20 Prozentpunkte | 185 € |
| 30 Prozentpunkte | 300 € Ertrag |
Ohne Förderung muss der Speicher noch mehr Strom verschieben. Er hilft zusätzlich, wenn der Netzbetreiber Ihre Einspeisung begrenzt: Bei neuen Anlagen darf er sie dauerhaft drosseln, aber nicht unter 70 % der Modulleistung (§ 101 ElWG). Mehr dazu im Ratgeber zum Stromspeicher für die PV-Anlage.
solar-guide.at empfiehlt: Schicken Sie den Fachbetrieben Ihren Lastgang mit Viertelstundenwerten, den Sie bei Ihrem Netzbetreiber anfordern können. Erst damit lässt sich der Eigenverbrauch seriös rechnen, und nur er entscheidet über die Amortisation.
Wer nicht selbst investieren möchte, findet die Alternativen im Ratgeber Dach vermieten oder Contracting. Den Überblick über alle Schritte gibt der Leitfaden Photovoltaik für Betriebe.
Häufige Fragen und Antworten
Was kostet eine PV-Anlage mit 100 kWp für einen Betrieb?
Rund 88.000 Euro ohne Umsatzsteuer, also rund 880 Euro je kWp. Der Wert stammt aus der Kostenformel des EAG-Gutachtens vom Dezember 2025. Ein Angebot für Ihr Dach kann je nach Statik und Netzanschluss deutlich abweichen.
Wie hoch sind die laufenden Kosten?
Rund 1,2 bis 1,3 Cent je erzeugter kWh, bei 100 kWp also rund 1.300 Euro im Jahr. Dazu kommt der Tausch der Wechselrichter, den das EAG-Gutachten im 12. Betriebsjahr ansetzt.
Nach wie vielen Jahren rechnet sich eine Gewerbeanlage?
In unserem Rechenbeispiel nach 5,3 bis 8,2 Jahren, je nach Eigenverbrauch und ohne Förderung. Je mehr Strom Ihr Betrieb tagsüber braucht, desto schneller.
Gibt es 2026 noch Förderung für Betriebe?
Nein. Der letzte Fördercall 2026 endete am 22. Oktober. Für 2027 plant der Bund ein neues Modell mit Schwerpunkt auf Speichern; die Bedingungen stehen noch nicht fest (Stand 25.10.2026).
Muss ich Umsatzsteuer zahlen?
Ein Betrieb mit Vorsteuerabzug holt sich die Umsatzsteuer in der Regel zurück und rechnet netto. Wie das in Ihrem Fall aussieht, klärt Ihr Steuerberater.
Quellen
- Österreichische Energieagentur im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus: 3. EAG-Gutachten, Empfehlungen für das Jahr 2026, Stand 12.12.2025 (Investitionskosten, Betriebskosten, Kostenanteile, Stromgestehungskosten, Speicherkosten)
- Österreichische Energieagentur: 2. EAG-Gutachten, Empfehlungen für das Jahr 2025, Dezember 2024 (Kostenanteil Netzzutrittsentgelt nach Branchenauskunft PV Austria 2023)
- Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und Technikum Wien: Innovative Energietechnologien in Österreich, Marktentwicklung 2024 (Mai 2025)
- Eurostat: Strompreise für Nichthaushaltskunden, Datensatz nrg_pc_205, 1. Halbjahr 2026, abgerufen 25.10.2026
- E-Control: Strompreise für Gewerbe in Österreich, Stand 01.10.2026
- OeMAG: Marktpreis 2026, abgerufen 25.10.2026
- Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), BGBl. I Nr. 91/2025, §§ 75a, 76, 97 und 101 (RIS), abgerufen 25.10.2026
- EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom in der Fassung BGBl. II Nr. 12/2026 (RIS), abgerufen 25.10.2026
- EAG-Abwicklungsstelle: Förderkalender, abgerufen 25.10.2026, und Ergebnis 1. Fördercall 2026 Investitionszuschüsse Photovoltaik
- Nachrichtenmedium, Photovoltaik-Förderung künftig für Speicher, 20.08.2026


