Am meisten lohnt sich eine Photovoltaikanlage, kurz PV-Anlage, am Hof auf dem Dach von Stall, Halle oder Maschinenhaus. Eine Anlage mit 50 Kilowatt-Peak (kWp) kostet rund 47.000 Euro ohne Umsatzsteuer und ist in unserem Rechenbeispiel nach rund neun Jahren bezahlt.
Freiflächen und Agri-PV auf dem Acker brauchen dagegen meist eine eigene Widmung, in Niederösterreich ab 50 kW. Sie rechnen sich vor allem in größerem Maßstab.
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Das Wichtigste in Kürze
- Dachanlagen auf bestehenden Wirtschaftsgebäuden brauchen in der Regel keine Widmung und hatten in der Bundesförderung keinen Abschlag.
- Anlagen auf Acker oder Grünland erhielten in den Fördercalls 2026 um 25 % weniger Zuschuss; echte Agri-PV mit mindestens 75 % landwirtschaftlicher Nutzung war davon ausgenommen.
- Niederösterreich verlangt für PV-Anlagen im Grünland ab 50 kW eine Widmung, die Steiermark für Agri-PV ab 0,5 ha.
- Derzeit ist kein weiterer EAG-Investitionscall für PV-Anlagen offen; das Programm „Energieautarke Bauernhöfe“ fördert 2026 keine PV-Anlagen und keine Speicher.
- Über eine Energiegemeinschaft können Sie Überschussstrom an Nachbarn und Gemeinde verkaufen.
- Stand 25.10.2026
- Quellen am Ende des Artikels
Was bringt eine PV-Anlage auf Stall und Halle?
Sie ersetzt teuren Netzstrom und nutzt eine Fläche, die ohnehin da ist. Betriebe mit 20 bis 500 MWh Verbrauch zahlten im 1. Halbjahr 2026 im Mittel 22,3 Cent je kWh ohne Umsatzsteuer (Eurostat). Eine kWh vom eigenen Dach kostet in einer Anlage mit 60 kWp rund 11,7 Cent (EAG-Gutachten).
Ein Stalldach mit 500 m² trägt rund 50 kWp, wenn Sie mit rund 10 m² Dachfläche je kWp planen (unsere Annahme). Die Kosten je kWp sinken mit der Größe:
| Größe der Anlage | Preis je kWp | Ganze Anlage |
|---|---|---|
| 30 kWp | rund 990 € | rund 29.800 € |
| 50 kWp | rund 940 € | rund 47.100 € |
| 100 kWp | rund 880 € | rund 87.800 € |
Die Werte stammen aus der Kostenformel des Gutachtens zum Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) vom Dezember 2025, ohne Umsatzsteuer (eigene Rechnung). Die amtliche Marktstatistik nennt für 30 bis 50 kWp im Jahr 2024 einen Mittelwert von 806 Euro je kWp. Mehr zu den Kosten lesen Sie im Ratgeber Kosten einer PV-Anlage für Betriebe.
Prüfen Sie vorher Statik und Zustand des Dachs. Brände durch PV-Anlagen sind selten: Die Landwirtschaftskammer nennt nach einer britischen Studie rund sechs Fälle je 100.000 Dachanlagen. Rund zwei Drittel davon gehen auf Fehler bei Planung und Montage zurück. Über Ställen und Lagern mit Heu und Stroh lohnt sich deshalb eine sorgfältige Abnahme durch eine unabhängige Stelle.
Wann brauchen Agri-PV und Freiflächen eine Widmung?
Fast immer, sobald die Anlage eine gewisse Größe überschreitet. Die Grenzen legt jedes Bundesland selbst fest. Zwei Beispiele:
| Bundesland | Was gilt |
|---|---|
| Niederösterreich | Widmung „Grünland-Photovoltaikanlagen“ ab 50 kW, Anzeige bei der Baubehörde; über 2 ha grundsätzlich nur in Zonen des Landes; außerhalb des Ortsgebiets Bewilligung nach dem Naturschutzgesetz |
| Steiermark | Freiflächen ab 400 m² brauchen eine Sondernutzung im Freiland; Agri-PV eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs bis 0,5 ha einmal ohne Widmung, darüber mit Sondernutzung |
Die Regeln für Niederösterreich stehen im Raumordnungsgesetz 2014 (§ 20, in der Fassung vom 09.06.2026). Die Steiermark beschreibt sie im Verfahrenshandbuch für erneuerbare Energien (Stand August 2025). Fragen Sie in anderen Bundesländern zuerst Ihre Gemeinde: Sie beschließt den Flächenwidmungsplan.
Agri-PV heißt: Die Fläche wird weiter landwirtschaftlich genutzt, der Strom ist Nebennutzung. Nach der Förderverordnung müssen die Module gleichmäßig verteilt sein und mindestens 75 % der Fläche landwirtschaftlich nutzbar bleiben. Aufbauten und Wege dürfen höchstens 7 % der Fläche beanspruchen.
Was kostet Agri-PV, und wann rechnet sie sich?
Agri-PV kostet laut EAG-Gutachten rund 811 Euro je kWp, eine normale Freiflächenanlage rund 800 Euro. Diese Werte stammen aus Meldungen großer Anlagen. Der Betrieb kostet rund 2 % der Investition im Jahr.
Weil auf dem Feld kaum Strom selbst verbraucht wird, zählt der Verkaufspreis. Das Gutachten nennt diese Stromgestehungskosten für Agri-PV mit Südausrichtung:
| Größe | Kosten je kWh |
|---|---|
| 500 kWp | 13,7 Cent |
| 1.000 kWp | 12,2 Cent |
| 5.000 kWp | 9,3 Cent |
Die OeMAG, die Abwicklungsstelle für Ökostrom, zahlte 2026 für eingespeisten Strom 5,7 bis 10,2 Cent je kWh. Kleine Agri-PV-Anlagen nur zum Einspeisen tragen sich damit kaum. Wer eine Fläche an einen Betreiber verpachtet, sollte die Folgen kennen: Laut Landwirtschaftskammer Kärnten kann die Fläche grundsteuerlich höher eingestuft werden, wenn die Stromerzeugung zur Hauptnutzung wird.
Welche Förderung gibt es für Höfe?
Derzeit keine Bundesförderung für PV-Anlagen. Der letzte Fördercall 2026 lief bis 22. Oktober; der Förderkalender der EAG-Abwicklungsstelle nennt bis Juli 2027 keinen weiteren Termin (abgerufen 25.10.2026).
In den Calls 2026 galten diese Regeln für Höfe:
- Kategorie C (über 20 bis 100 kWp): höchstens 130 Euro je kWp; Kategorie D (über 100 bis 1.000 kWp): höchstens 120 Euro je kWp.
- 25 % Abschlag für Anlagen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen oder im Grünland.
- Kein Abschlag für Anlagen auf Gebäuden, die mindestens 18 Monate vor dem Antrag fertig waren, also etwa auf dem bestehenden Stall.
- Kein Abschlag für Agri-PV, die die Bedingungen oben erfüllt; dafür ein Nutzungskonzept für die nächsten zehn Jahre.
- 30 % Zuschlag für Agri-PV mit senkrechten Modulen oder einer Höhe von mindestens 2 m.
Für 2027 plant der Bund ein neues Modell mit Schwerpunkt auf Speichern. Agri-PV soll laut einem Medienbericht vom 20.08.2026 weiter gefördert werden; Höhe und Bedingungen stehen nicht fest. Das Programm „Energieautarke Bauernhöfe“ des Klima- und Energiefonds läuft 2026 noch bis 13. November, fördert aber ausdrücklich keine PV-Anlagen und keine Speicher. Den Überblick gibt der Ratgeber PV-Förderung für Betriebe.
Wie viel Strom nutzt der Hof selbst?
Das hängt davon ab, wann Ihre Geräte laufen. Melken und Milchkühlung fallen auf Morgen und Abend, die Sonne liefert mittags. Gut passen Lüftung im Sommer, Trocknung, Bewässerung, Hackschnitzel- und Futteraufbereitung, Wallboxen und eine Wärmepumpe.
So erhöhen Sie den Eigenverbrauch:
- Geräte mit Zeitschaltung in die Mittagsstunden legen, etwa Warmwasser oder Futtermischer.
- Eine Vorkühlung der Milch oder einen Eisspeicher einplanen, der tagsüber Kälte speichert.
- Einen Batteriespeicher für Abend und Morgen prüfen; mehr dazu im Ratgeber zum Stromspeicher.
Zur Steuer: Natürliche Personen zahlen keine Einkommensteuer auf die Einspeisung von bis zu 12.500 kWh im Jahr. Die Anlage darf dafür höchstens 35 kWp haben und mit höchstens 25 kW angeschlossen sein (§ 3 Abs. 1 Z 39 EStG). Wie Ihr Hof bei Einkommen- und Umsatzsteuer behandelt wird, klärt Ihr Steuerberater.
Kann der Hof Strom ans Dorf verkaufen?
Ja, über eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG). Mitglied werden können Privatpersonen, Gemeinden und kleine und mittlere Unternehmen, also auch ein Hof. Die Mitglieder einer lokalen oder regionalen EEG zahlen für den gemeinsam genutzten Strom ein geringeres Netzentgelt; der Erneuerbaren-Förderbeitrag entfällt.
Den Preis legt die Gemeinschaft selbst fest. Er kann über dem Marktpreis der OeMAG liegen und für die Nachbarn trotzdem unter ihrem Tarif. Seit 1. Oktober 2026 gelten neue Regeln für die gemeinsame Nutzung; das geringere Netzentgelt für weitere Formen kommt voraussichtlich ab 1. Jänner 2027. Wie Gründung und Abrechnung funktionieren, erklärt der Ratgeber Energiegemeinschaft für Betriebe.
Rechenbeispiel: Milchviehbetrieb mit 50 kWp auf dem Stall
Die Anlage ist nach rund neun Jahren bezahlt, mit Energiegemeinschaft nach rund acht Jahren. Unsere Annahmen:
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Anlage | 50 kWp auf dem Stalldach, rund 500 m² |
| Investition | 47.100 € ohne Umsatzsteuer (Formel EAG-Gutachten) |
| Ertrag | 50.000 kWh im Jahr (1.000 kWh je kWp, Annahme der Marktstatistik) |
| Verbrauch des Hofs | 40.000 kWh im Jahr (unsere Annahme) |
| Eigenverbrauch | 30 % des Ertrags, also 15.000 kWh (unsere Annahme) |
| Strompreis | 22,3 Cent je kWh ohne Umsatzsteuer (Eurostat, 1. Halbjahr 2026) |
| Einspeisung | 7,6 Cent je kWh (Mittel der OeMAG-Marktpreise Jänner bis September 2026) |
| Betriebskosten | 635 € im Jahr (12,69 € je MWh, EAG-Gutachten für 2025) |
Der Hof spart 15.000 kWh × 22,3 Cent = 3.345 Euro im Jahr. Die Einspeisung bringt 35.000 × 7,6 Cent = 2.660 Euro. Nach Abzug von 635 Euro Betriebskosten bleiben 5.370 Euro. Die einfache Amortisation beträgt 47.100 ÷ 5.370 = rund 8,8 Jahre.
Variante mit Energiegemeinschaft: Verkauft der Hof 15.000 kWh an die Nachbarn zu 11 Cent statt 7,6 Cent (unsere Annahme), bringt das 510 Euro mehr im Jahr. Dann ist die Anlage nach rund 8,0 Jahren bezahlt. Zinsen, Preisänderungen und den Tausch der Wechselrichter enthält die Rechnung nicht.
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solar-guide.at empfiehlt: Belegen Sie zuerst die Dächer, bevor Sie an die Wiese denken. Dachanlagen brauchen keine Widmung, liegen nahe an Ihren Verbrauchern und hatten in der Förderung keinen Abschlag.
Den Überblick für alle Betriebe gibt der Leitfaden Photovoltaik für Betriebe.
Häufige Fragen und Antworten
Brauche ich für eine PV-Anlage auf dem Stall eine Baubewilligung?
Meist nicht. Viele Bundesländer stellen Dachanlagen frei oder verlangen nur eine Meldung, etwa die Steiermark vor Baubeginn an die Gemeinde. Ausnahmen gibt es in Schutzzonen und bei größeren Aufbauten.
Ab wann brauche ich für Agri-PV eine Widmung?
Das regelt jedes Bundesland. In Niederösterreich ab 50 kW im Grünland, in der Steiermark für Agri-PV ab 0,5 ha. Fragen Sie vor jeder Planung bei Ihrer Gemeinde nach.
Wird eine Anlage auf landwirtschaftlicher Fläche schlechter gefördert?
In den Fördercalls 2026 ja: Es gab 25 % weniger Zuschuss. Ausgenommen waren Anlagen auf bestehenden Gebäuden und Agri-PV, bei der mindestens 75 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt werden.
Lohnt es sich, eine Fläche an einen Solarparkbetreiber zu verpachten?
Das hängt vom Vertrag ab. Laut Landwirtschaftskammer Kärnten laufen Pachtverträge meist 20 bis 30 Jahre, davor oft ein Optionsvertrag über rund fünf Jahre. Lassen Sie Entgelt, Rückbau und Sicherheiten prüfen; mehr dazu im Ratgeber Dachfläche vermieten oder Contracting.
Gibt es 2026 noch eine PV-Förderung für Landwirte?
Derzeit ist kein weiterer EAG-Investitionscall für PV-Anlagen offen. Der letzte Call 2026 endete am 22. Oktober. Andere Förderinstrumente sind dadurch nicht pauschal ausgeschlossen. Für das angekündigte neue Modell 2027 stehen die verbindlichen Bedingungen noch nicht fest.
Quellen
- Österreichische Energieagentur im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus: 3. EAG-Gutachten, Empfehlungen für das Jahr 2026, Stand 12.12.2025 (Investitions- und Betriebskosten, Stromgestehungskosten, Sonderauswertung Agri-PV); 2. EAG-Gutachten, Empfehlungen für das Jahr 2025, Dezember 2024 (Betriebskosten)
- Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und Technikum Wien: Innovative Energietechnologien in Österreich, Marktentwicklung 2024 (Mai 2025)
- EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom in der Fassung BGBl. II Nr. 12/2026, §§ 5, 6 und 9 (RIS), abgerufen 25.10.2026
- EAG-Abwicklungsstelle: Förderkalender, abgerufen 25.10.2026
- NÖ Raumordnungsgesetz 2014, § 20, Fassung LGBl. Nr. 38/2026 (RIS), abgerufen 25.10.2026
- Wirtschaftskammer Niederösterreich: Photovoltaikanlagen für Industriebetriebe, 03.07.2026 (Anzeige im Grünland, Naturschutz)
- Amt der Steiermärkischen Landesregierung: Verfahrenshandbuch für erneuerbare Energien, Photovoltaikanlagen, Stand August 2025
- Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft: Energieautarke Bauernhöfe, Pressemeldung vom 25.03.2026
- Nachrichtenmedium, Photovoltaik-Förderung künftig für Speicher, 20.08.2026
- Landwirtschaftskammer Österreich: Photovoltaik-Brände, selten, dennoch lauern Gefahren, 11.04.2024
- Landwirtschaftskammer Kärnten: Energieversorger auf der Suche nach PV-Freiflächen, abgerufen 25.10.2026
- Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften: Energiegemeinschaften (EEG und BEG), abgerufen 25.10.2026
- Einkommensteuergesetz 1988, § 3 Abs. 1 Z 39 (RIS), abgerufen 25.10.2026
- Eurostat: Strompreise für Nichthaushaltskunden, Datensatz nrg_pc_205, 1. Halbjahr 2026, abgerufen 25.10.2026
- OeMAG: Marktpreis 2026, abgerufen 25.10.2026

