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PV-Förderung in Österreich 2026: Bund und Bundesländer

  • Aktualisiert am 22.10.2026
  • Lesezeit rund 5 Minuten
  • Redaktion solar-guide.at

Derzeit gibt es keine Förderung des Bundes für PV-Anlagen und Speicher; sie wird überarbeitet. Der letzte Fördercall für den Investitionszuschuss lief bis 22. Oktober 2026; einen weiteren Call nennt der Förderkalender der EAG-Abwicklungsstelle nicht (Stand 22.10.2026).

Ab 2027 plant der Bund ein neues Modell: Gefördert werden soll dann der Speicher mit einem intelligenten Energiemanagement, nicht mehr die PV-Anlage selbst. Höhe und Bedingungen stehen noch nicht fest.

Die Länder fördern sehr unterschiedlich. Für neue Anlagen auf Einfamilienhäusern zahlen 2026 nur wenige Länder etwas dazu, meist für Speicher.

Wohnhaus aus der Luft mit Solarmodulen auf dem Dach

Das Wichtigste in Kürze

  • Förderung des Bundes: derzeit keine, sie wird überarbeitet. Der letzte Fördercall 2026 lief bis 22. Oktober.
  • Ab 2027 plant der Bund einen Zuschuss für Speicher mit intelligentem Energiemanagement; Höhe und Bedingungen sind offen.
  • In den Fördercalls 2026 gab es 150 Euro je kWp bis 10 kWp, 140 Euro je kWp von 10 bis 20 kWp und 150 Euro je kWh Speicher.
  • Landesförderungen gibt es 2026 vor allem in Tirol und im Burgenland, meist für Speicher.
  • Stand 22.10.2026
  • Quellen am Ende des Artikels

Wie hoch ist die Förderung des Bundes?

Derzeit gibt es keine Förderung des Bundes; sie wird überarbeitet. In den Fördercalls 2026 galten nach der EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom diese Sätze; EAG steht für Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz:

KategorieGröße der AnlageZuschuss 2026
Abis 10 kWp150 € je kWp
Büber 10 bis 20 kWp140 € je kWp
Cüber 20 bis 100 kWphöchstens 130 € je kWp
Düber 100 bis 1.000 kWphöchstens 120 € je kWp
Speichermit neuer oder erweiterter Anlage150 € je kWh

2025 waren die Sätze um 10 Euro je kWp höher. Für Module und Wechselrichter aus europäischer Wertschöpfung (EWR und Schweiz) gab es je 10 % mehr, zusammen höchstens 20 %; für einen solchen Speicher 10 % mehr.

Wie liefen die Fördercalls 2026?

Anträge nahm die EAG-Abwicklungsstelle nur in festen Zeitfenstern an, den Fördercalls. 2026 waren das drei: 23. April bis 11. Mai, 16. bis 30. Juni und 8. bis 22. Oktober. Laut Bundesministerium war der Call im Oktober der letzte im bisherigen System. Weitere Calls nennt der Förderkalender nicht (Stand 22.10.2026).

In den Kategorien A und B kamen die Anträge in der Reihenfolge an die Reihe, in der sie einlangten. Die Nachfrage war groß: Im ersten Call 2026 gingen in Kategorie A 15.265 vollständige Anträge ein, 6.099 davon lagen im Kontingent. Im zweiten Call waren die Mittel laut Bundesministerium nach 33 Sekunden vergeben.

Was ist ab 2027 geplant?

Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus hat am 6. Oktober 2026 ein neues Modell angekündigt. Gefördert werden soll nicht mehr die PV-Anlage, sondern der Speicher, bei neuen und bei bestehenden Anlagen. Voraussetzung soll ein intelligentes Energiemanagement sein, das den Speicher netzdienlich steuert.

Statt Fördercalls soll es einen laufenden Antrag nach der Fertigstellung geben. Speicher, die 2026 keine Bundesförderung erhalten und ab 1. November 2026 abgerechnet oder in Betrieb genommen werden, sollen 2027 eingereicht werden können.

Beschlossen ist das noch nicht: Bedingungen und Höhe werden noch verhandelt, und die Änderung des Gesetzes braucht eine Zweidrittelmehrheit im Parlament (Stand 22.10.2026).

Welche Bedingungen galten 2026?

Die wichtigsten Bedingungen der Verordnung:

  • Der Antrag musste vor der Inbetriebnahme gestellt werden.
  • Der Zuschuss betrug höchstens 30 % der förderfähigen Kosten ohne Umsatzsteuer.
  • Ein Speicher wurde nur gefördert, wenn die PV-Anlage neu errichtet oder erweitert wurde.
  • Anlagen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen oder im Grünland erhielten 25 % weniger.

Antragsberechtigt waren Personen mit Hauptwohnsitz und Unternehmen mit Sitz in Österreich. Laut Leitfaden des Landes Oberösterreich musste eine Anlage bis 100 kWp innerhalb von sechs Monaten in Betrieb gehen; die Frist ließ sich verlängern.

Was zahlen die Bundesländer?

Die Länder fördern 2026 sehr unterschiedlich. Einen Landeszuschuss für eine neue Anlage auf einem bestehenden Einfamilienhaus gibt es derzeit nur in Tirol, im Rahmen der Wohnhaussanierung. In Kärnten, Oberösterreich und Salzburg gibt es derzeit keine Landesförderung; sie wird überarbeitet.

BundeslandFörderung für Privathaushalte (Stand 22.10.2026)
BurgenlandSpeicher-Nachrüstung: 30 % der Kosten, höchstens 100 € je kWh, bis 20 kWh, nur ohne Bundesförderung
Kärntenderzeit keine, wird überarbeitet; 2026 gab es bis 30.06.2026 3.000 € für PV-Anlage mit Speicher
Niederösterreichkein eigenes Programm; PV zählt in der Wohnbauförderung
Oberösterreichderzeit keine, wird überarbeitet; die Speicherförderung lief bis 30.06.2026
Salzburgderzeit keine, wird überarbeitet; die Förderung für PV und Speicher lief bis 31.12.2025
Steiermarkkein Programm für Privathaushalte
TirolSpeicher-Nachrüstung: 100 € je kWh, bis 10 kWh; in der Wohnhaussanierung bis 125 € je kWp
Vorarlbergkein Programm für private Dachanlagen
Wienfür Einfamilienhäuser derzeit keine, wird überarbeitet; gefördert werden mehrgeschoßige Wohnbauten und Sonderformen

Prüfen Sie vor dem Antrag die Seite des Programms: Die Mittel können ausgeschöpft sein, bevor die Frist endet. Was in Ihrem Land gilt, steht auch auf den Bundeslandseiten, zum Beispiel für Tirol oder Wien.

Gibt es noch Steuervorteile?

Nein. Die Befreiung von der Umsatzsteuer für PV-Anlagen bis 35 kWp galt vom 1. Jänner 2024 bis 31. März 2025. Seither gilt wieder der Normalsteuersatz von 20 %. Mehr dazu im Ratgeber zu den Kosten.

solar-guide.at empfiehlt: Planen Sie einen Speicher mit, und lassen Sie sich im Angebot zeigen, ob er über ein Energiemanagement gesteuert werden kann. Darauf soll die Förderung des Bundes ab 2027 aufbauen.

Die Fachbetriebe berücksichtigen im Angebot die Förderungen von Bund, Land und Gemeinde. Wir vermitteln Ihre Anfrage an bis zu drei passende Fachbetriebe: Angebote vergleichen.

Häufige Fragen und Antworten

Wie viel Förderung bekomme ich für eine PV-Anlage mit 10 kWp?

Derzeit gibt es keine Förderung des Bundes; sie wird überarbeitet. In den Fördercalls 2026 gab es 150 Euro je kWp, für 10 kWp also 1.500 Euro, und 150 Euro je kWh Speicher. Ab 2027 soll nach den Plänen des Bundes der Speicher gefördert werden, nicht mehr die PV-Anlage selbst.

Kann ich den Antrag nach der Montage stellen?

Bis 2026 nicht: Der Antrag musste vor der Inbetriebnahme in einem Fördercall gestellt werden. Im neuen Modell ab 2027 soll der Antrag nach der Fertigstellung möglich sein; beschlossen ist das noch nicht.

Wird ein Speicher allein gefördert?

Vom Bund bis 2026 nur zusammen mit einer neuen oder erweiterten PV-Anlage. Ab 2027 soll nach den Plänen des Bundes auch die Nachrüstung gefördert werden. Für die Nachrüstung eines Speichers zahlen 2026 Tirol und das Burgenland eigene Zuschüsse.

Gibt es Förderung von der Gemeinde?

Manche Gemeinden und Energieversorger haben eigene Programme. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde und Ihrem Energieversorger nach.

Quellen

  • EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom, BGBl. II Nr. 64/2023 in der Fassung BGBl. II Nr. 12/2026 (RIS), abgerufen 15.10.2026
  • Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus: Pressemeldungen vom 23.04.2026 und vom 06.10.2026
  • EAG-Abwicklungsstelle: Förderkalender, abgerufen 22.10.2026, und Ergebnis des 1. Fördercalls 2026
  • Land Oberösterreich: Leitfaden 2026 für die Errichtung und Förderung von Photovoltaikanlagen, Stand Juni 2026
  • Bundesministerium für Finanzen: Steuersatz für Photovoltaikmodule, letzte Aktualisierung 01.01.2026
  • Seiten der neun Landesregierungen zu Energie- und Wohnbauförderung, abgerufen 15.10.2026, Burgenland, Oberösterreich, Tirol und Wien erneut am 22.10.2026; Kärnten: ORF Kärnten, Berichte vom 19.12.2025 und 14.04.2026